„Berliner Luft“ im Fotobuch dokumentiert
In einem Bildband decken zwei Fotografen sozusagen die skurrilen Seiten der deutschen Hauptstadt Berlin auf. Dennis Orel und Benjamin Tafel sind die beiden Fotografen, die bereits vor zehn Jahren auf die Idee kamen einen Bildband über Berlin zu erstellen. Zu dieser Zeit verschlug es die beiden Ende 1970 geborenen Stuttgarter in die Hauptstadt. Ihr Studium absolvierten sie in der thüringischen Stadt Weimar, die voller kultureller Sehenswürdigkeiten ist.
In dem Bildband „Berliner Luft“ sind unzählige Motive der Stadt zu sehen, wie zum Beispiel Clärchens Ballhaus, die Punks am bekannten Alex, ein Nachtclub, eben all jene Orte, die den Charme von Berlin ausmachen für die langjährigen Einwohner, genauso wie für die vielen Besucher. Mit einem ganz bestimmten Konzept wurde das Fotobuch gestaltet, es sollte auf die eher unkonventionellen Wahrzeichen aufmerksam gemacht werden bzw. die weltweit bekannten Sehenswürdigkeiten auf eine untypische Art in Szene gesetzt werden und das ist den beiden Fotografen perfekt gelungen.
Noch immer entdeckt Dennis Orel Motive, die die Berliner Bewohner in ihrem Alltag einfach übersehen. Beide besitzen noch den Blick von außen, den sie sich bis heute bewahren konnten. An der Weimarer Bauhaus Universität absolvierten sie ihr Studium in Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie und noch heute ist in ihrer Erinnerung festgehalten, wie sie Berlin vor zehn Jahren gesehen haben, nämlich wie eine Welt von einem anderen Stern. Bei ihrer Suche auf dem Büchermarkt, fanden sie nichts Vergleichbares, was ihrer Begeisterung gerecht wurde und die Leidenschaft der Metropole in einem angemessenen Rahmen widerspiegelte.
Die Vorbereitungen für das Fotobuch
Insgesamt fotografierten Orel und Tafel zwei Jahre alle für sie interessanten Dinge, die Berlin ausmachten. 2004 gestalteten die Fotografen mit den vielen Aufnahmen ihr Fotobuch und schon in jenem Jahr mit dem vielversprechenden Titel „Berliner Luft“. Schnell waren die ersten beiden Auflagen vergriffen, jedoch sollte nicht mit den gleichen Motiven ein erneuter Druck gemacht werden, so war die Meinung von Dennis Orel. Nochmals begannen Benjamin Tafel und Dennis Orel, neue Fotos zu schießen, schließlich sollte das Fotobuch aktuell sein. Denn die Metropole verändert sich so schnell, dass das Buch ansonsten nicht mehr der Zeit entsprochen hätte.
Der Schwerpunkt bei der Neuauflage wurde auf die unzähligen Veränderungen von Berlin gelegt. Die Kontraste werden dabei immer stärker und die Wahrnehmung der so genannten Ostalgie, sind nur noch seltener zu bemerken, als es noch zu jener Zeit war, als es Tafel und Orel nach Berlin verschlug. Allein der Alex hat sich enorm verändert und doch leben noch die gleichen Mieter in den Plattenbauten nur einige Straßen weiter, wie vor der Wende und das ist das Besondere an der Hauptstadt.
Betrachtet man sich die verschiedenen Motive, dann sieht man ganz deutlich den starken Gegensatz zwischen dem Wandel und der Stagnation. Allein auf dem Berliner Ku’damm hat sich einiges getan, so stellte Orel fest, dass heute vermehrt die russische Sprache zu hören ist, als es zu jener Zeit war, als der erste Bildband vorbereitet wurde.
Der Wandel im Fotobuch selbst
Im neuen Fotobuch „Berliner Luft“ sieht man einen starken Wandel zum ersten Exemplar: Die Szenen wurden bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, dagegen wirken die Aufnahmen im vorherigen Bildband wie zufällig aufgenommene Schnappschüsse. Mit äußerst aufwändigen Kompositionen des Lichts haben die Fotografen experimentiert, die im Nachhinein am Rechner belichtet wurden.
Bereits im ersten Fotobuch wurden die Bilder mit Kommentaren versehen. In dem Fotobuch werden die Veränderungen von Berlin sehr gut dargestellt, auch wenn es weniger als Stadtführer geeignet ist. Im Fotobuch kann der Betrachter eine sehr gelungene Auswahl entdecken, die die Skurrilitäten und die Normalitäten zeigen und deren Nebeneinander eben die Einzigartigkeit der Hauptstadt ausmachen.